Über die Geschichte von NG43 – und den Weg, den wir einschlagen haben.
Was der Boden uns erzählt
Über salziges Wasser, versteckte Wege – und die Wildtiere, die uns den Weg weisen.
Seit unserem letzten Update hat sich auf NG43 wieder einiges bewegt. Wir haben mehr vom Land begangen, mehr Wasser getestet, mehr Wege gefunden, als wir dachten – und dabei etwas gelernt, das uns immer wieder zeigt: Dieses Land gibt seine Antworten nur denen, die zuhören, bevor sie bauen.
Das Wasser, das uns überrascht hat
Als wir vor einigen Monaten das erste Wasser auf unserer Konzession fanden, haben wir es als den Moment beschrieben, in dem aus einer Idee ein echter Ort wurde. Jetzt, mit den ersten Messungen in der Hand, wissen wir mehr – und es ist komplizierter, als wir gehofft hatten.
Unser Bohrloch-Wasser liegt bei rund 26'000 TDS. Zum Vergleich: Meerwasser liegt bei etwa 35'000 TDS. Wir sind also nicht weit davon entfernt, buchstäblich Salzwasser aus dem Boden von NG43 zu holen.
Das war kein Moment der Enttäuschung, sondern einer der Nüchternheit. Wasser zu finden war die eine Frage. Wasser nutzbar zu machen, ist die nächste. Wir prüfen aktuell mehrere Wege, unter anderem eine Entsalzungsanlage und den Anbau der salzresistenten Salicornia (Queller), die sich sogar kulinarisch nutzen liesse. Noch haben wir keine Lösung gewählt. Aber wir sind überzeugt: Auch ein Problem wie dieses lässt sich in etwas verwandeln, das zu diesem Ort passt, statt ihn zu bekämpfen.

Wege, die der Busch verschluckt hatte
Je weiter wir NG43 erkunden, desto mehr entdecken wir Spuren aus der Vergangenheit der Konzession: alte Wege, längst überwachsen, kaum mehr zu erkennen, aber noch da, unter Gras und Gestrüpp. Wir haben begonnen, sie systematisch zu dokumentieren – wo sie verlaufen, wohin sie einmal geführt haben, welche sich öffnen lassen und welche der Busch für sich behalten soll.
Einige davon legen wir bereits frei. Andere fliessen in eine grössere Planung ein: ein Netz von Wegen, das unsere Gäste künftig durch NG43 führen wird, ohne dass wir das Land dafür neu aufreissen müssen. Insgesamt rechnen wir mit rund 1'000 Kilometern an Wegen, die dieses Netz einmal umfassen soll – doch längst nicht alle davon haben wir bisher entdeckt oder wieder freigelegt. Vieles davon war schon einmal da – wir müssen es nur wieder sichtbar machen.
Doch bevor wir Wege planen, müssen wir wissen, wo das Wildleben lebt
Ein Weg ist nie nur ein Weg. Er entscheidet mit, wo Gäste fahren, wo es ruhig bleibt und wo Tiere ungestört bleiben. Genau das macht die nächste Aufgabe so wichtig: Wir wissen noch nicht genug darüber, wo sich Elefanten, Löwen, Wildhunde oder die selteneren Antilopen auf NG43 tatsächlich bevorzugt aufhalten, wo ihre Routen zu den Wasserstellen verlaufen und welche Gebiete für sie besonders sensibel sind.
Ohne diese Daten planen wir im Dunkeln. Deshalb legen wir dieses Wissen an, bevor wir einen einzigen Weg endgültig festlegen.
Der Aufbau unseres Wildlife Monitoring Teams
Aus dieser Erkenntnis heraus bauen wir gerade unser eigenes Wildlife Monitoring Team auf. Ihre Aufgabe: Sichtungen erfassen, Kamerafallen setzen und auswerten, Bewegungsmuster über die Jahreszeiten hinweg festhalten und so nach und nach eine echte Karte des Lebens auf NG43 zeichnen – eine, die uns zeigt, wo wir sanft vorgehen müssen und wo wir bauen können, ohne zu stören.
Es ist noch früh, und das Team wächst erst. Aber wir sind überzeugt, dass genau diese Arbeit den Unterschied macht zwischen einer Lodge, die einfach auf schönem Land steht, und einer, die wirklich zu diesem Land gehört.
Wasser, Wege, Wildtiere – drei Fäden, die sich gerade gleichzeitig weiterspinnen. Keiner davon ist fertig erzählt. Aber genau das ist NG43: ein Ort, der sich Schritt für Schritt zeigt, wenn man bereit ist, ihm zuzuhören.
NG = Ngamiland "NG" steht für Ngamiland, den Distrikt im Norden Botswanas, in dem auch der Okavango-Delta liegt. Die Wildniskonzessionen der Region sind durchnummeriert (grob NG1 bis NG50) – daher die Kombination aus Buchstaben und Zahl.
NG43 Unsere Konzession liegt im Greater-Moremi-Gebiet am Rand des Okavango-Deltas, an der Khwai Road, im Nordosten Botswanas.
Wer die Entwicklung von NG43 weiterverfolgen möchte, findet mehr über unsere Naturschutzarbeit bei der Kwatale Association.
Weitere Einträge
Die ersten Monate auf unserem Land: wie riesig und wild es wirklich ist, wie wir es ohne eine einzige Strasse durchquerten, und wie die Suche nach Wasser über alles entschied.

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